gyn. Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
Information für Ihre persönliche Behandlung
Wir haben Sie heute darüber informiert und beraten, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Inseminationsbehandlung erfüllt sein müssen und farüber, dass der Eintritt einer Schwangerschaft von einer Vielzahl von Faktoren abhängig ist, die Sie und auch wir nur in begrenztem Maße beeinflussen können.
Was Sie und wir aber tun können, um Ihren Kinderwunsch baldmöglichst zu erfüllen, werden wir selbstverständlich gemeinsam mit Ihnen durchführen, als erstes, den optimalen Zeitpunkt für die Insemination zu bestimmen, das Ovulationsmonitoring.
Geben Sie uns für eine optimale Kommunikation Ihre Mobilfunknummer und Ihre E-Mail-Adresse.
Lassen Sie von Ihrem Frauenarzt vor Ort oder von unserer Praxis bitte vorab folgende Untersuchungen durchführen:
- aus dem Blut: Blutgruppe und Rhesusfaktor, HIV, HBsAg und Anti-HBc-IgM und IgG, TSH, T3, T4, HCV-Antikörper (HCVAK), OH-Vitamin-D, Anti-Müller-Hormon, CA125, Röteln-Titer, Cytomegalie-Immunglobulin G und M und die beiden Entzündungsmarker sCRP und Rantes (auch CCL5 genannt).
- aus der Scheide: Chlamydia trachomatis, Neisseria genorrhoica, Mykoplasma genitalum, Herpes simplex,
- wichtig: lassen Sie unbedingt vorab bei Ihrem Zahnarzt eine Zahnreinigung machen und eine Paradontitis ausschließen.
Teilen Sie uns die Ergebnisse dieser 3 Untersuchungen bitte umgehend mit!
Folsäure und Vitamine: holen Sie sich ein Präparat, welches für die Kinderwunschbehandlung geeignet ist, und 400 – 800 Mikrogramm Folsäure enthält. Nehmen Sie es täglich zum Frühstück ein (z.B. Femibion®, Folio forte®, Elevit® etc.) Es kommt dadurch zu einer besseren Einnistung des Embryos, es schützt ihn vor Missbildungen, stärkt die Funktion der Placenta, verhütet dadurch Früh- und Fehlgeburten.
Folsäure hat im Vorfeld schon einen Schutz vor negativen Einflüssen bei der Prägung Ihres Kindes. Diese sog. epigenetischen Einflüsse prägen insbesondere während der Embryonal- und Fetalzeit sowie postnatal während der Neonatalzeit den sich entwickelnden Organismus entscheidend und haben damit Einfluss auf die Gesundheit des Kindes während des gesamten späteren Lebens.
Zusätzlich zu Folsäure beeinflusst Myo-Inositol die assistierte Reproduktions-Behandlung positiv: Besonders beim häufigen Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom) ergeben sich deutlich verbesserte Befruchtungsraten und die Embryonenqualität wird erhöht. Es handelt sich dabei um eine Stoffwechselstörung, die fast immer bei übergewichtigen, aber auch bei normalgewichtigen Frauen auftritt, bei der er zu einer Erhöhung der Konzentration von männlichen Hormonen kommt – vor allem von freiem, nicht gebundenem Testosteron. In Zusammenhang dazu ist auch der Zucker- und Fettstoffwechsel gestört. Unregelmäßigkeiten im Zyklus, vergrößerte Eierstöcke mit vielen Follikeln (polyzystisch), qulitativ schlechte Eizellen und Veränderungen der LH- und FSH- Konzentrationen haben außerdem negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Die Einnahme von Myo-Inositol Clavella ® zusäzlich zur Folsäure wird empfohlen
Optimieren der Vaginalflora: nehmen Sie täglich OmmniBiotic woman® auf leeren Magen vor dem Frühstück und vor dem Abendessen. Dadurch stärken Sie die Besiedelung der Scheide mit Lactobazillen und verbessern die Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms. Das menschliche Mikrobiom ist eine Gemeinschaft von Mikroorganismen, die an allen unseren Körperoberflächen zu finden ist, insbesondere in Mund, Darm, Vagina, auf der Haut und in den Augen. Das menschliche Mikrobiom enthält Pilze, Hefen, Einzellern und Viren, besteht aber hauptsächlich aus Bakterien. Sie schützen sich dadurch vor Scheideninfektionen, die eine erfolgreiche Insemination erschweren könnten.
Dazu ist eine Ultraschalluntersuchung vor dem zu erwartenden Eisprung unbedingt erforderlich, das sog. Ovulationsmonitoring.
Diese kann entweder beim Frauenarzt an Ihrem Wohnort oder in unserer Praxis durchgeführt werden.
- Senden Sie uns eine E-Mail mit 2 Informationen
- Datum und Uhrzeit des ersten Tags der Blutung (letzte Periode = LP)
- Länge des letzten Cyklus Beispiel: LP 10.04.2020 – 16:00 – 31 Tage
- Sie erhalten dann am selben Tag oder am Tag danach von uns einen Anruf, wann Sie diese Ultraschalluntersuchung benötigen, entweder
- bei uns in der Praxis
- oder bei Ihrem Frauenarzt vor Ort
- Lassen Sie dort oder bei uns folgende 3 Untersuchungen durchführen
- an welchem Eierstock befindet sich das größte Eibläschen (Follikel)
- Durchmesser des größten Eibläschens (Follikel) in Zentimeter
Dicke der Schleimhaut in der Gebärmutter (Endometrium) in Zentimeter
- Senden Sie uns eine E-Mail, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit Sie bei der Untersuchung waren mit den 3 Ergebnissen dieser Untersuchung Beispiel: Follikel links 1,6 cm – Endometrium 0,7 cm
- Sie erhalten dann von uns einen Anruf mit dem optimalen Termin, an dem sie zur Insemination in unsere Praxis kommen müssen.
Um noch einmal sicherzustellen, ob auch alle Voraussetzungen für eine Inseminationsbehandlung erfüllt sind, werden in unserer Praxis dann 4 für die Behandlung wichtige Maßnahmen vorgenommen :
- Bestimmung Anzahl und Durchmesser der Eibläschen (Follikel) des rechten und des linken Eierstocks
- Messung Höhe der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium)
- Kontrolle Zusammensetzung des Gebärmutterhalsschleims (Cervixfaktor), Spinnbarkeit (Viskosität)
- Entscheidung, welche Inseminationstechnik zum optimalen Ergebnis führt
Dann kann die eigentliche Insemination erfolgen, das Verfahren dafür wird gemäß der festgestellten Ergebnisse durchgeführt
- Insemination in die Gebärmutterhöhle (intrauterin)
- Insemination mit einem der Anatomie entsprechenden Adapter in und vor den Gebärmutterhals (cervikal)
- Insemination sowohl in die Gebärmutterhöhle als auch mit dem Adapter (intrauterin und cervikal)
Der Gebämutterhalsschleim wird auch Mukus genannt. Er ist zum Zeitpunkt des Eisprungs dünnflüssig wie Eiweiß. Man nennt diese Eigenschaft auch Spinnbarkeit oder Viskosität. Früher hast man den Schleim darauf überprüft, ob er nach dem Eintrocknen auf einem Objektträger unter dem Mikroskop in Form von Eisblumen auskristallisiert. Man nennt das auch Farnkrautphänomen. Es zeigt an, dass der Mukus optimal für das Eindringen der Spermien ist.
Es kann aber immer wieder vorkommen, dass der Gebärmutterhalsschleim (Mukus) nicht so dünn und spinnbar ist, wie es für den Transport und die Fortbewegung der Spermien erforderlich ist. Das hängt mit einem nicht ausreichend hohen Östrogenspiegel zusammen. Ursachen dafür sind in aller Regel Stress-Situationen (Cortisol), denen Sie ausgesetzt sind. In solchen Fällen verschreibt Ihnen der Gynäkologe und Reproduktionsmediziner ein natürliches Öströgen-Spray (Lenzetto®), das Sie ab dem 3. Tag vor dem Eisprung bis zum Inseminationszeitpunkt auf den Unterarm sprühen.
Sollte also der Gebärmutterhalsschleim (Mukus) dickflüssig und zäh sein, wird die Spermaprobe des zuvor für Sie persönlich bestimmten Spenders, in Form von konzentrierten hochgereinigten Spermien in einem speziellen Medium mit einen Katheter in die Gebärmutterhöhle eingeführt (Transfer), damit eine ausreichende Zahl von Spermien weiter über die Eileiter zum Ei findet.
Wenn der Gebärmutterhalsschleim (Mukus) dünnflüssig und sehr dünne Fäden zieht (Spinnbarkeit), werden die Spermien in einen der Form Ihres Gebärmutterhalses entsprechend geformten Adapter (CADI) gefüllt. Ein Teil der Spermien wird mit einem Katheter im Gebärmutterhals platziert, der andere Teil kommt in den Adapter, der dann so am Muttermund platziert wird, dass sich die Spermien sowohl im Gebärmutterhals, als auch vor dem Muttermund im Adapter befinden.
Damit entsteht ein geschlossenes System. Die Spermien werden von dort durch den kapillaren Sog des Gebärmutterschleims in den Uterus und die Eileiter gesaugt (Kapillarkraft) und treffen dort auf die beim Eisprung in den Eileiter gespülte Eizelle.
Da es oft vorkommt, dass die Gebärmutter auf die eingeführten Spermien, zusammen mit dem Einfriermedium, mit Krämpfen reagiert und versucht, die Spermien wieder in die Scheide zu befördern, sichert die Kappe das Verbleiben der Spermien im System. Der CADI-Adapter wird also in jedem Fall am Muttermund platziert
Die Behandlung ist schmerzfrei. Die Erfolgschancen liegen dem Alter der Patientin entsprechend höher als beim normalen Geschlechtsverkehr. Sie können nach der Behandlung Ihren ganz normalen Tagesablauf durchführen, müssen also nicht liegen oder sich anders als sonst verhalten, sondern können ungehindert Ihrem üblichen Tätigkeiten nachgehen.
Den Inseminationsadapter sollten Sie 4-10 Stunden liegen lassen. Zusätzlich ist es sehr hilfreich, wenn Sie vor Entfernen des Adapters in den nächsten Stunden nach der Insemination einen Orgasmus haben, um den Transport möglichst vieler Spermien zum Eierstock zu erreichen. Den Adapter können Sie danach entfernen und in kaltem Leitungswasser sauber ausspülen, einen Tag trocknen lassen, dann in die Dose legen und zum nächsten Termin wieder mitbringen, er wird für jede weitere Insemination benötigt. Die Kosten für Ihren persönlichen Adapter (CADI oder INSA) müssen Sie im Rahmen der ersten Insemination zahlen (je nach Einzelanfertigung ca. 50 EUR) Sie erhalten dafür eine Rechnung vom Hersteller CONSILIUM-GmbH.
In der Regel produziert Ihr Körper in der Zeit nach dem Eisprung genug Progesteron, damit der Embryo sich gut einnisten kann und sich auch im Uterus wohlfühlt. Oft kommt es vor, dass diese körpereigene Unterstützung nicht ausreicht. Um diese mögliche Schwäche zu vermeiden empfehlen wir eine Gabe von natürlichem Progesteron über die Vagina. Hierzu gibt es Kapseln mit 200 mg Progesteron in Öl gelöst, je nach Hersteller unterschiedlich. Diese Kapseln werden auch für Frauen in den Wechseljahren zur oralen Behandlung angeboten. Für die vaginale Therapie gibt es das Präparat Utrogest luteal®. Sie können aber auch als off label use Famenita 200®, Utrogest 200® und Progestan 200® einführen, sollten sie ein Präparat mit 100mg erhalten haben, dann bitte 2 Kapseln á 100mg am Abend einführen.
Wir empfehlen Ihnen, ab dem ca. 4. Tag nach dem Eisprung, also 3 Tage vor der Einnistung mit der Behandlung zu beginnen. Die Progesteronkapseln werden die nächstenTage abends vor dem Schlafengehen in die Scheide eingeführt und können dann über Nacht ihre Wirkung entfalten. Sollte schon vorher die Blutung einsetzen, können Sie die Behandlung beenden. Kommt es bis zum 14. Tag nach der Insemination nicht zur Blutung bitte noch 3 Tage warten und dann mit dem Morgenurin eine Schwangerschaftstest machen. Sollte der Test negativ sein, ist die Behandlung beendet und Sie warten auf den Beginn des neuen Zyklus. Die Periode sollte dann in den nächsten Tagen kommen, kann sich aber durchaus auch um einige Tage noch verschieben.
Bei positivem Test unbedingt die Anwendung von Progesteron fortsetzen bis Sie Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt zur Feststellung der Schwangerschaft aufsuchen.
Der Erfolg der Behandlung hängt, wie oben erklärt, von mehreren Faktoren ab, die von Ihnen und von uns nicht beeinflussbar sind! Wir können Ihnen aber empfehlen, einige besondere Maßnahmen zu treffen, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Verbesserung des Befruchtungsvorgangs beitragen können.
Generell raten wir Ihnen, ab dem Zeitpunkt einer geplanten Kinderwunschbehandlung die Einnahme eines Folsäure-Vitamin-Präparates und Pro- und Präbiotika, wie oben beschrieben, zur Optimierung der Kinderwunschbehandlung und zum Schutz des Ungeborenen vor Missbildungen.
Derartige Präparate gibt es in Apotheken im freien Verkauf.
Hilfreich für den Eintritt einer Schwangerschaft ist nach neuesten Erkenntnissen die Anwendung von Myo-Inositol® und Alpha-Liponsäure® zusätzlich zur Folsäure. Sollte sich im Laufe der Behandlung außerdem herausstellen, dass Ihr Zyklus nicht optimal abläuft, so können bereits vor der nächsten Behandlung bestimmte Maßnahmen erforderlich sein, um den Zyklus zu verbessern und damit die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Welche dieser Maßnahmen individuell für Sie in Frage kommen werden nachfolgend dargestellt:
nach Eintritt der Regelblutung vom 2. bis 6. Tag 1 Tablette Clomifen® oder Letrozol® abends vor dem Schlafengehen,
nach Eintritt der Regelblutung ab ca. dem dritten Tag eine „Kur“ mit stimulierenden Spritzen (FSH), die Sie sich selbst in die Bauchhaut verabreichen – wir geben Ihnen einen genauen Plan für die Anwendung.
beginnend ca. 3 Tage vor dem Eisprung morgens 1 Tablette ACC akut ® mg und abends 1 Kapsel Ambroxol 75 mg®zu besseren Verflüssigung des Gebärmutterhalsschleims (Cervixfaktor)
vor, während oder nach dem Eisprung eine die Ovulation optimierende und die zweite Cyklushälfte stärkende Spritze, welche Sie sich ebenfalls selbst geben können bzw. in unserer Praxis gespritzt bekommen (Gonadotropin 5000 IE).
beginnend ca. 3 Tage vor der Einnistung des Embryos, in der Gebärmutter das Einführen von Progesteron, also 4 Tage nach der Insemination, in Form von Vaginalzäpfchen (wie oben beschrieben )
beginnend ca. 3 Tage vor der Einnistung, also 4 Tage nach der Insemination, entsprechend Ihrer Blutgruppe und Ihres Gerinnungsstatus die Einnahme von ASS 100® zur Blutverdünnung, um den Sauerstoffaustausch des Embryos zu optimieren
beginnend ca. 3 Tage vor der Einnistung des Embryoes, also 4 Tage nach der Insemination, täglich Diclofenac25 m (Voltaren liquid®) zur Beruhigung des Gebärmuttermuskels für 6 Tage, also bis 3 Tage nach der Einnistung.
roborierende Infusionsbehandlung in der präovulatorischen Phase mit speziellen individuellen Rezepturen. Diese Maßnahme kann im Medicenter bei unserem Internisten Dr. Kasi durchgeführt werden, ggf. auch beim Hausarzt vor Ort.
für adipöse Patienten empfehlen wir Metformin 500® abends zur Optimierung des Zucker- und Insulinstoffwechsels sowie die Einnahme des oben beschriebenen Myo-Inositolsl Clavella ®. Die wichtigste Metformin-Wirkung ist die Hemmung der Glucose-Neubildung in der Leber, wodurch die für Diabetes charakteristischen hohen Blutzuckerspiegel im nüchternen Zustand (basale Blutzuckerspiegel) vermieden werden. Es verzögert die Glucoseaufnahme im Darm, sodass der Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten (postprandialer Blutzuckerspiegel) weniger ansteigt, und steigert die Insulinsensitivität (d.h. Metformin sorgt dafür, dass die Zielzellen stärker auf Insulin ansprechen, was die Glucoseaufnahme in die Zellen verbessert).
Metformin wirkt zudem günstig auf den Fettstoffwechsel, weshalb es bevorzugt bei übergewichtigen Patienten Anwendung findet. das führt zu positiven Effekten auf die Insulinresistenz und den Fett- und Glukosemetabolismus sowie zu einer Senkung der Androgenspiegel..
Ob eine der Therapien in Frage kommt entscheiden Dr. Lorch, Dr. Herbort, Dr. Rieger oder Dr. Bleichrodt
im Hinblick auf Ihre persönliche Situation.
empfehlen wir folgende Maßnahmen:
- eine Blutabnahme zur Abklärung der für die Behandlung entscheidenden Hormone.
- eine Ultraschalluntersuchung (Hystero-Salpinge-Kontrassonographie) zur Feststellung, ob die Eileiter durchgängig sind
- einen Abstrich aus der Scheide zur Bestimmung der Bakterienbesiedlung
Bis zu 70 % der Embryonen nisten sich nicht oder nur vorübergehend (Frühaborte) ein. Dies gilt sowohl für die natürliche Zeugung als auch für künstliche Befruchtungen. Die häufigste Ursache liegt in neu entstandenen genetischen Fehlern der Embryonen. Diese wiederum beruhen meistens darauf, dass die Eizellen bereits vor der Befruchtung Fehler in der Chromosomenverteilung aufweisen.
Der Grund hierfür ist folgender: eigentlich besitzt die Eizelle einen kompletten Chromosomensatz, also 2 x 23 Chromosomen (46,XX). Da die übertragenen Samenzelle 23 Chromosomen mitbringt (23,X oder 23,Y), muss die Eizelle ihren Chromosomensatz auf die Hälfte reduzieren. Das erfolgt in den sog. Reifeteilungen (Meiose), die erst mit Einleitung des Eisprunges beginnen. Dann zieht der sog. Spindelapparat die Chromosomen auseinander, und als „Abfallprodukt“ werden dann die Polkörper ausgestoßen. Mit zunehmendem Alter der Eizellen (sie werden ja nicht neu gebildet und stammen aus dem 3. Embryonalmonat) altert auch der Spindelapparat und macht Verteilungsfehler. Bei einer 40-jährigen Frau sind im Schnitt 60 % der Eizellen genetisch auffällig (aneuploid), bei einer 45-jährigen Frau ca. 90 % (!).
Und ein weiterer Faktor ist zu berücksichtigen: die Verstoffwechselung von Sauerstoff und damit die Energiegewinnung der Zellen per se erfolgt in den Mitochondrien. Diese liegen im Zell-Leib (Zytoplasma) und besitzen eine eigene Erbsubstanz (DNS). Auch die Mitochondrien unterliegen einem Alterungsprozess, zudem scheint es so zu sein, dass in der DNS mit zunehmenden Alter auch Veränderungen auftreten (Mutationen); beides setzt die Funktionsfähigkeit der Mitochondrien zusehends herab, also die „Vitalität“ der (Eizelle.
Die Aneuploidierate der Samenzellen, die lebenslang neu gebildet werden, liegt demgegenüber nur bei 6-8 %.
Die Gesundheit der Samenzellen, die Sie bei der Insemination erhalten, wurde von den Mitarbeitern der Cryobank (6 Apothekerinnen und Dipl. Biologinnen) vor der Freigabe abgeklärt und dokumentiert.
Frauen mit Kinderwunsch können schon frühzeitig viel dafür tun, eine gute körperliche Ausgangslage für eine spätere Schwangerschaft zu schaffen. Bei einer gesundheitsorientierten Gestaltung des eigenen Lebensstils ist auch die Unterstützung des Partners oder der Partnerin wichtig.
Ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung ist für jeden Menschen in jeder Lebensphase wichtig. Kommt in der eigenen Lebensplanung ein Kind vor, hat das Thema eine besondere Bedeutung. Denn schon weit vor der Empfängnis können Frauen und Paare mit Kinderwunsch die Gesundheit des Kindes beeinflussen.
Für die Familienplanung empfiehlt das Netzwerk „Gesund ins Leben“ in den bundesweiten Handlungsempfehlungen daher, die eigene Lebensführung frühzeitig in den Blick zu nehmen und gegebenenfalls anzupassen:
Das betrifft die Frau und auch das Paar gemeinsam. Es braucht Zeit, den Lebensstil zu verändern. Daher ist es günstig, so früh wie möglich damit zu beginnen, spätestens dann, wenn auf die Verhütung verzichtet wird.
Das Körpergewicht der Frau spielt in der Familienplanung eine zentrale Rolle. Je näher Frauen am Normalgewicht sind, umso besser ist das für ihre eigene Gesundheit und die des Kindes. Es gibt viele mögliche Gesundheitsrisiken und Schwangerschaftskomplikationen, die mit einem zu niedrigen oder zu hohen Körpergewicht der Frau vor der Schwangerschaft assoziiert sind: Bei untergewichtigen Schwangeren werden häufiger Fehl- und Frühgeburten beobachtet. Übergewichtige oder adipöse Schwangere sind häufiger von Bluthochdruck oder einem Schwangerschaftsdiabetes betroffen. Ihre Babys sind im Schnitt oft größer und schwerer als die normalgewichtiger Frauen. Das kann das Risiko für späteres Übergewicht beim Kind erhöhen und zu Geburtskomplikationen führen. Auch Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft gestalten sich bei Übergewicht und Adipositas schwieriger, weil vermehrtes Bauchfettgewebe die Bildqualität des Ultraschalls beeinträchtigt. All dies sind gute Gründe, die Entstehung von Übergewicht zu vermeiden oder gegebenenfalls frühzeitig vor einer Schwangerschaft eine Annäherung an das Normalgewicht anzustreben. Dabei hilft jedes Kilo. Im Fall einer Adipositas beispielsweise kann sich bereits eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent des Ausgangsgewichts vor einer Schwangerschaft positiv auswirken - und die Chance erhöhen schwanger zu werden (6). Welche therapeutischen Maßnahmen bei stark adipösen Frauen zur Gewichtsreduktion vor der Schwangerschaft infrage kommen, muss in der ärztlichen Beratung individuell geklärt werden.
Sich ausgewogen ernähren heißt in Kürze: ausreichend trinken, bevorzugt Wasser. Gegessen werden sollte vor allem pflanzliche Kost, darunter Vollkornprodukte, drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst pro Tag. Der Einsatz von Fetten erfolgt insgesamt sparsam, dabei haben Pflanzenöle Vorrang. Der maßvolle Genuss tierischer Lebensmittel sollte insbesondere Milchprodukte und Meeresfisch beinhalten. Beides unterstützt die Jodversorgung, die schon in der Kinderwunsch-Phase wichtig ist. Fettreicher Meeresfisch liefert außerdem die wichtige 0mega-3- Fettsäure DHA (Docosahexaensäure). Süßigkeiten können in kleinen Mengen ein Extra sein. Frauen, die eine Schwangerschaft planen, wird außerdem empfohlen, pro Tag 400 pg Folsäure (oder eine äquivalente Dosis anderer Folate) als Nahrungsergänzung einzunehmen. Damit sollte möglichst frühzeitig begonnen werden, denn viele Frauen haben eine zu geringe Folatzufuhr. In Lebensmitteln kommen natürlicherweise Folate vor, Folsäure ist die synthetische Form des Vitamins. Folat ist wichtig für die Zellteilung und Wachstumsprozesse. Eine perikonzeptionelle Einnahme (vier Wochen vor der Konzeption bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels) senkt das Risiko kindlicher Fehlbildungen des Nervensystems (Neuralrohrdefekt). Eine weitere Nährstoffergänzung ist bei einer ausgewogenen Ernährung vor der Empfängnis normalerweise nicht nötig. Allerdings sollte Vitamin-D ausreichend vorhanden sein. Anders kann dies bei Vegetarierinnen und Veganerinnen aussehen. Ihre Nährstoffversorgung sollte bei Kinderwunsch frühzeitig genau ins Visier genommen werden, da sie ein erhöhtes Risiko für Defizite an Vitamin B12, DHA und Zink sowie bei einer rein pflanzlichen Ernährung zusätzlich an Eiweiß, Eisen, Kalzium und Jod haben. Vor allem Veganerinnen sollten bei Kinderwunsch eine qualifizierte Ernährungsberatung in Anspruch nehmen, um eventuelle Nährstoffmängel zu beheben.
Mit der Bewegung ist es wie mit der Ernährung: Ein Kinderwunsch hilft, gute Vorsätze auch in die Tat umzusetzen. Regelmäßige körperliche Aktivität erhöht das physische und psychische Wohlbefinden. Erwachsene sollten mindestens 150 Minuten pro Woche einer aeroben körperlichen Aktivität mit moderater Intensität nachgehen, beispielsweise verteilt auf 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche. An mindestens zwei weiteren Tagen pro Woche sollten sie sich die Zeit für muskelkräftigende Aktivitäten nehmen. Auch Alltagsbewegungen wie Gehen, Radfahren oder Treppensteigen sind erwünscht. Für Sporteinsteigerinnen eignen sich besonders Sportarten, bei denen große Muskelgruppen beansprucht werden wie Nordic Walking, Schwimmen oder Yoga, vor allem aber eine, die wirklich Spaß macht.
Eine für das ungeborene Kind sichere, das heißt risikolose Alkoholmenge gibt es nicht. Da die ersten Wochen einer Schwangerschaft meist unerkannt verlaufen, sollten Frauen Alkohol bereits meiden, sobald sie schwanger werden wollen. Ein Alkoholkonsum in der Schwangerschaft birgt zahlreiche Risiken für den Fötus, darunter körperliche Fehlbildungen und Schädigungen der Nervenzellen. Das fetale Alkoholsyndrom ist die häufigste vermeidbare Behinderung Neugeborener. Auch mit dem Rauchen gehen zahlreiche gesundheitliche Risiken für alle Menschen einher, besonders für schwangere Frauen und den Fötus. Unter anderen besteht ein erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten sowie Fehlbildungen und Allergien beim Kind. Rauchen beeinträchtigt außerdem die Fertilität. Ein Umstieg auf E-Zigaretten ist keine Alternative, da auch für ihren Konsum negative Auswirkungen diskutiert werden. Spätestens mit beginnender Familienplanung sollten Frauen, besser noch das Paar gemeinsam mit der Rauchentwöhnung starte. Denn oft braucht sie Zeit, manchmal sogar mehrere Anläufe. Auch das Meiden von Alkohol kann der Frau leichter fallen, wenn das Umfeld mitmacht.
Eine gute Zahngesundheit ist allgemein wichtig, auch mit Blick auf eine künftige Schwangerschaft. Studien zufolge ist eine unbehandelte mütterliche Parodontitis beispielsweise mit dem Risiko verbunden, die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter zu verhindern und vor allem mit einer Frühgeburt assoziiert. Hier bitte den Perio-Med-Speicheltest machen lassen. Eine gute Mundpflege unterstützt die Zahngesundheit. Deshalb mindestens zweimal täglich die Zähne putzen und einmal täglich die Zahnzwischenräume. Allgemein gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Zwar können Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch auch während einer Schwangerschaft behandelt werden, teils aber nur eingeschränkt.
Praktisch alle Virusinfektionen in der Schwangerschaft sind mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten, Fehlbildungen, Frühgeburten und Schwangerschaftskomplikationen verbunden. Frauen mit Kinderwunsch sollten daher regelmäßig ihren Impfschutz insbesondere gegen Masern, Röteln und Windpocken prüfen und eventuelle Impflücken schließen lassen (18, 19). Impfungen schützen nicht nur die Frau und den Fötus während der Schwangerschaft, sondern auch das Neugeborene in den ersten Wochen nach der Geburt. Hinweise darauf, dass eine C0VID-19-Schutzimpfung die Fruchtbarkeit der Frau beeinträchtigen kann, sind unzutreffend. Frauen mit Kinderwunsch können und sollten sich gegen COVID-19 impfen lassen.
Insemination
| vagin. Untersuchung | 5 | 4,66 € | 2,3 | 10,72 € |
| Ultraschall eines Organs (Uterus) | 410 | 11,66 € | 2,3 | 26,82 € |
| weitere Organe (re.Ovar) | 420 | 4,66 € | 2,3 | 10,72 € |
| weitere Organe (li.Ovar) | 420 | 4,66 € | 2,3 | 10,72 € |
| weitere Organe (Cervix) | 420 | 4,66 € | 2,3 | 10,72 € |
| Zuschlag vaginal | 403 | 17,10 € | 1,8 | 30,78 € |
| Duplexzuschlag (fakulativ) | 401 | 23,32 € | 1 | 23,32 € |
| Sondierung (fakulativ) | 321 | 2,91 € | 2,3 | 6,69 € |
| Dehnung (fakulativ) | 1096 | 9,63 € | 2,3 | 19,85 € |
| vag. Behandlung | 1075 | 2,62 € | 2,3 | 6,03 € |
| Insermination | 1114 | 21,75 € | 2,3 | 50,03 € |
| gesamt |
weitere Kosten
| Injektion | 252 | 2,33 € | 2,3 | 5,36 € |
| Materialkosten Gonadotropin (fakultativ) | 35,42 € | 1 | 35,42 € | |
| Dekonfektionierung Cryosperma | 22,00 € | 1 | 22,00 € | |
| Kosten für Cryosperma (ca.) | 500,00 € | 1 | 500,00 € | |
| Materialkosten: Tranferkatheter (fakultativ | 13 | 17,10 € | 1 | 17,10 € |
| Materialkosten: Cervix-Adapter (einmalig) | 12 | 49,80 € | 1 | 49,80 € |
Laborkontrolle bei Bedarf
| Blutentnahme | 250 | 2,33 € | 1,5 | 3,50 € |
| Hormonbestimmung LH | 4026 | 14,57 € | 1,15 | 16,76 € |
| Hormonbestimmung E2 | 4039 | 20,40 € | 1,15 | 23,46 € |
| Hormonbestimmung PRG | 4040 | 20,40 € | 1,15 | 23,46 € |
| Hormonbestimmung FSH | 4021 | 14,57 € | 1,15 | 16,76 € |
| Hormonbestimmung DHEA | 4037 | 39,90 € | 1,15 | 45,89 € |
| Bakteriologie | je nach Anzahl der gefundenen Keime bis 100,00 € |